Datenschutznovelle 2010

Wer in der Vergangenheit schon einmal zu denjenigen gehört hat, dem der Abschluss eines neuen Handyvertrages verweigert, oder der „Kauf auf Rechnung“ in „Vorkasse“ umgewandelt wurde, kann mit Sicherheit davon ausgehen, dass dies mit seinen höchstwahrscheinlich negativen SCHUFA – Daten zusammenhängt.  In den meisten Fällen ist das dem Betroffenen überhaupt nicht bewusst, weil er oft selbst nicht einmal weiß, welche Daten über ihn bei der SCHUFA gespeichert sind. Hier gilt seit dem 01. April 2010 die Datenschutznovelle, die allen Verbrauchern / Betroffenen neue Rechte und Ansprüche gegenüber SCHUFA & Co einräumt und damit die rechtliche Position der Verbraucher stärkt.

Die wichtigste Änderung:

Anspruch auf eine kostenfreie SCHUFA – Auskunft

Seit dem 1. April 2010 haben Sie Anspruch auf eine kostenfreie Auskunft bei SCHUFA & Co. (Auskunfteien).  Dieser Anspruch betrifft alle Daten, die in den letzten sechs Monaten über Sie gespeichert bzw. an Dritte weitergegeben wurden. Das betrifft aber auch Ihre Score-Werte sowie Angaben zu deren Berechnung.  Diese sogenannte – Selbstauskunft – ist durch die Datenschutznovelle – gesetzlich verankert – einmal pro Jahr kostenlos (§ 34 Abs. 8 BDSG).  Dieser Anspruch besteht gegenüber allen Auskunfteien oder gegenüber dem Vertragspartner. Gebühren darf SCHUFA & Co. erst dann wieder verlangen, wenn vom Verbraucher innerhalb eines Jahres weitere Auskünfte angefordert werden.

TIPP I Deutschland kommen Sie an der „SCHUFA“ nicht vorbei. Es sei denn Sie benötigen weder Konto, Kreditkarte, Mobiletelefon oder dergleichen. Sie sollten daher überlegen ob es sich für Sie nicht besser rechnet, wenn Sie Ihren eigenen – lebenslangen – Onlinezugang für unter 20 EUR beantragen und damit unabhängig, flexibel und immer UP to Date über Ihre persönlichen Daten Kenntnis haben.

Weitere ausführlichere Grundlagen der Datenschutznovelle finden Sie im Weissbuch.

Schufa-Eintrag & DSGVO

DSGVO = Datenschutzgrundverordnung

Die DSGVO = Datenschutz-GrundVerOrdnung vereinheitlicht die Datenschutzregelungen innerhalb der Europäischen Union. Dadurch soll nicht nur intern mehr Rechtssicherheit geschaffen werden, sondern auch die Wahrnehmung der Datenschutzrechte gegenüber von außen kommenden Providern verbessert werden.

Im Vordergrund steht dabei das Interesse des Internet-Nutzers, der bei seinen Online-Aktivitäten Daten hinterlässt.

Den Verantwortlichen, die solche Daten aufnehmen, speichern und bearbeiten, werden mehr Verpflichtungen auferlegt.